Donnerstag, 6. Oktober 2022

Sand des Vergessens

Die Geschichte dieser Erzählung spielt in einer nicht näher definierten, klimatisch stark in Mitleidenschaft gezogenen Epoche, irgendwann nach dem Ende eines blutigen Religionskrieges. Mik, seine Frau Sus und ihre beiden Kinder Jul und Luk leben als Nomaden in einem öden Wüstenland, dessen Grenzen auch das Ende der ihnen bekannten Welt bedeuten. So wandern sie mit Nachrichten und kleineren Frachtgütern im Gepäck, mit ihren Kamelen im Schlepptau, durch die Tristesse. Von Brunnen zu Brunnen, von Oase zu Oase. Immer im weiten Kreis um die drei Städte Darsala, Kirum und Mokkado, die einzigen menschlichen Ansiedelungen dieser bizarren Welt. Über allem thront die Gottheit Sol, die nach den Glaubenskriegen für Stabilität sorgt. Doch unter der brüchigen Oberfläche brodelt es gewaltig und eine Vielzahl an Menschen will wieder zu den alten Glaubensrichtungen zurückkehren. Was Mik und seiner Familie in der Abgeschiedenheit ihres Daseins vorerst aber verborgen bleibt. Zumal sie als Nomaden, dem sogenannten Vierten Stamm, weitgehend geächtet sind. Und so erkennen sie auch nicht den wahren Hintergrund, als sie eines Tages überfallen werden und nur knapp mit dem Leben davonkommen. Bei einer merkwürdigen Begegnung treffen sie kurz darauf auf einen Mann, der Mik einen sakralen Gegenstand übergibt. In der Stadt Kirum angekommen, in der gerade die alljährlichen Wettkämpfe zu Ehren Sols stattfinden, wird Tochter Jul verhaftet und wegen angeblichen Diebstahls vor Gericht gestellt. Mithilfe eines Freundes aus Miks bewegter Vergangenheit gelingt es, das Kind aus den Fängen einer willkürlichen Justiz zu befreien. Als Mik wenig später und eher unfreiwillig für die Nomadenmannschaft eines gefährlichen Reiterwettkampfs nominiert wird, steht sein Leben erneut auf dem Spiel. Nach geglücktem Abenteuer schließt sich die Familie einer Karawane an, die Richtung Mokkado zieht. Was folgt, bringt die gesamte Familie bis an die Grenzen ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten.